le fabuleux destin de shirin



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Shirin im siebten Himmel

 

Den ganzen Tag über konnte ich es kaum erwarten, dass es endlich sieben Uhr abends werden würde. Ausnahmsweise durfte ich nämlich eine Stunde früher gehen, um mich mit meiner Nachbarin Elodie in Paris zu treffen.

 

Und da Vorfreude ja bekanntlich die schönste Freude ich bügelte ich wie eine Weltmeisterin. Sogar ein paar Sachen von den Eltern, was wirklich nicht normal ist!

 

Endlich war es dann sieben, ich packte meine Tüte und zog los.

 

Ich stieg an der Notre Dame aus, mein Herz klopfte wie verrückt. Es war einfach der perfekte Tag, die Sonne schien warm auf die Türme der Kathedrale. Ich hätte am liebsten geheult, so schön war es.

 

An der Fontaine de St. Michel, einem Brunnen traf ich mich mit Elodie, die gerade von ihrer Arbeit kam. Während wir auf ihre Freundin Anne warteten, übergab ich ihr feierlich meine Tüte mit dem Au Pair Erbe, wie wir es nennen. Dinge wie Batterien, Nagellackentferner, Kerzen oder Tee, die wir nicht mit nach Deutschland nehmen, schenken wir großzügig an die, die es hier gebrauchen können.

 

Zusätzlich hatte ich ihr zum Abschied einen Deutschlandreiseführer gebastelt und meinen Deutschlandschirm (den sie wohl gut gebrauchen kann) vererbt, weil sie ja Februar ein Auslandssemester in Berlin macht.

 

Sie war sichtlich gerührt, hatte aber auch etwas für mich. Eine große „marron“, eine Gebäckspezialität, die ich ihrer Meinung nach unbedingt probieren sollte. Och Mann war diese Abschiedsstimmung traurig…

 

Aber dann kam schon Anne, die uns mit in die rue St. Jacques ganz in der Nähe nahm. Wo sie im siebten Stockwerk ein kleines Studentenzimmer hat!!!

 

Allein der Gedanke einen winzigen Blick über die Dächer von Paris zu werfen, hat mich schon total verrückt gemacht. Ich konnte gar nicht schnell genug die enge Wendeltreppe (ich erinnere: sieben Stockwerke!) hoch rennen. Anne schloss die Tür auf, schritt durch das dunkle Zimmer und schob den Vorhang beiseite.

 

Mir stockte der Atem (den ich eh schon vom Treppensteigen verloren hatte). Links der Tour Montparnasse, gerade aus der Eiffelturm, rechts die St Severin Kirche, überall ein unglaubliches Häusermeer. Wenn man sich etwas heraus beugte, konnte man rechts auch die Notre Dame sehen.

 

Ich wollte auf der Stelle losheulen, es war einfach ergreifend. Es war das perfekte Studentenleben, mein absoluter Traum.

 

Schnell erkannte ich, dass besser als vor Freude heulen ein paar Fotos mehr bringen würden. Ich war vom Fenster nicht mehr weg zu kriegen und murmelte dauernd Unverständliches auf Deutsch, was zeigt, dass ich wirklich außer mir.

 

Anne und Elodie ließen es nicht zu, dass ich ihnen beim Nudeln Kochen half, „genieß lieber die Aussicht“.

 

Das tat ich. Beim Essen hatte man mir großzügigerweise den Platz mit der Parisaussicht angeboten und ich dachte, dass es nichts Schöneres geben könnte.

 

Anne sagte: „Wenn man hier wohnt, isst man nie allein. Der Eiffelturm ist immer da.“

 

Die Mädels wollten Desperate Housewives gucken und auch ich rückte meinen Stuhl Richtung Fernseher. Aber mein Blick wanderte immer wieder aus dem Fenster und durchs Zimmer.

 

Als der erleuchtete Turm um zehn anfing zu glitzern, war ich so glücklich, dass ich diese Stromverschwendung sogar gutheißen konnte.

 

Schweren Herzens, aber voller Dankbarkeit machte ich mich mit Elodie auf den Rückweg. Dieser Abend war auf jeden Fall eines meiner Highlights des ganzen Aufenthaltes…

 

29.6.07 20:28
 


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