le fabuleux destin de shirin



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Achterbahn der Gefühle

 

Also diese ganze Abschiedssache ist echt richtig schrecklich. Heute Morgen musste ich mich das erste Mal verabschieden. Von Gonzague. Wirklich unglaublich, seine Karriere.

 

Vom Lieblingskind hat er es echt zum Problemkind Nummer eins geschafft, was er für seine Eltern schon immer war. Trotz aller Strapazen und den manchmal blöden Sprüchen saß ich heute Morgen auf dem Sofa und habe geheult.

 

Er musste in sein Pfadfindercamp fahren, saß neben mir in seiner Kluft und war total glücklich, dass endlich losging. Ich konnte es ihm nicht übel nehmen.

 

Seine Tante kam, um ihn abzuholen. Ich kenne sie erst seit fünf Tagen, aber sie war mir auf Anhieb sympathisch: „Oh nein, bitte ich weinen! Mir kommen auch schon die Tränen! Na los, Gonzague. Gib ihr ein Küsschen. Umarm sie! Nein, doch nicht so! Richtig!“

 

Ich sagte lieber gar nichts. Denn von Schluchzern erschüttert und dann auch noch mit einem deutschen Akzent – nein, danke!

 

Gonzague bewies, dass er ein richtiger Mann war. „Shirin, ce n’est pas la mort! Wir sehen uns doch bestimmt bald wieder!“ Shirin, das ist doch nicht der Tod. Ja, stimmt irgendwie.

 

Im Zug hätte ich am liebsten wieder geheult. Letztes Mal zur Sprachschule – was für eine Nostalgie.

 

Nachmittags war ich wenigstens mit den Mädchen draußen. Einen weiteren „Du-bist-unsere-Angestellte-also-geh-bügeln“-Tag hätte ich nicht verkraftet.

 

Nachdem ich Aliénors Bad erfolgreich abgeschlossen hatte, saß ich ganz betrübt im Mädchenzimmer. Jeder hatte etwas anderes zu tun, nur ich war zu deprimiert um aufzuräumen.

 

Da vernahm ich plötzlich Blanches Stimme: „Shishou?“

 

Plötzlich kam eine ganze Meute Kinder (Blanche, Manon, Bérénice, Carguelène, Enguerrand, Marguerite und Constance) ins Zimmer gestürmt, umarmte mich und rief wild durcheinander, dass ich doch nicht gehen könnte.

 

Einfach kann man die Schleusen nicht öffnen.

 

Die Kinder wollten sofort etwas machen. Der beste Vorschlag war der von Constance. Nämlich in mein Zimmer zu gehen, Musik anzumachen und zu tanzen.

 

Da es schon etwas zu spät war, einigten wir uns darauf, morgen ein gouter im Garten zu veranstalten. Ich war wirklich gerührt.

 

Im Übrigen hat auch meine Gastmutter ein paar Credits bei mir gutgemacht. Ich muss sagen, dass ich gestern noch sehr enttäuscht war, wie wenig Interesse an jemandem gezeigt wurde, der immerhin neun Monate täglich das Geschrei ihrer Kinder ausgehalten hat.

 

Aber im Flur begegnete ich Aliénor, die mich so verschwörerisch angrinste und ihre Händchen hinter dem Rücken verschränkte. Als sie etwas von „cadeau“ murmelte und sogleich einen strafenden Blick ihrer Mutter erntete, war die Überraschung perfekt.

 

Mir wurde feierlich ein kleines Geschenk überreicht, was Aliénor schon halb aufgemacht hatte. Ich wette, dass Alena wieder ein Parfüm und einen bol und Alkohol und ein T-Shirt von ihrer Familie gekriegt hat und Katha garantiert eine Schminktasche aus Asien.

 

Aber ich habe mich wirklich über ein kleines Armband mit einem silbernen Anhänger gefreut. Dieser Anhänger ist ein Herz, in das „shirin“ eingraviert ist.

 

Ausnahmsweise durfte ich mit Charles und Blanche „Petit chaperon rouge“ ganz zu Ende gucken (dt. die Rotkäppchenverschwörung).

 

Ich fühle mich wirklich richtig bizarre.

 

5.7.07 22:37
 


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