le fabuleux destin de shirin



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Der wahrscheinlich letzte Eintrag: Non, je ne regrette rien!

Liebe Leser,

Heute verfasse ich wohl den letzten Eintrag in diesem Blog (außer ich verpasse wie gesagt den Zug und bin gezwungen, hier zu bleiben... dann informiere ich euch darüber weiterhin an diesem schönen Ort). Ich bedanke mich, dass ihr so treu meine zahlreichen, von orthogrphischen Unkorrektheiten geprägte, oft viel zu lange Einträge gelesen habt. (Ich sehe ganz genau, wie oft ihr meine Seite anklickt!). Vielen Dank für die ermutigenden Worte und das Interesse an meinem Au Pair Dasein...

Ich möchte nun auf die letzten neun Monate zurückblicken und Bilanz ziehen…


Was ich gelernt habe
-          Besser französisch zu sprechen… oder sagen wir mal anders französisch zu sprechen.
-          Mich in Paris zu orientieren
-          Was eine traditionelle französische Familie ist
-          Dass man trotz leeren Kühlschrankes zunehmen kann
-          Ganz toll zu bügeln
-          Deutschland zu schätzen
-          Die Art der Mutter nicht persönlich zu nehmen
-          Über die Witze des Vaters zu lachen, auch wenn ich sie nicht lustig finde
-          Aliénors Französisch zu verstehen
-          Auf französisch zurück zu zicken

Was ich verlernt habe
-          Müll trennen
-          Auto fahren
-          Kommasetzung im Deutschen (falsch, das habe ich vorher auch schon nicht beherrscht&hellip
-          Pünktlich zu sein
-          Englisch

Neue Spitznamen, die ich hier bekommen habe
-          Shirin-Coquine
-          Shishou
-          Shishi
-          Shish
-          Shining

Was ich hier geliebt habe
-          die mit dem Pass Navigo verbundene Freiheit! Wie schön war es, überall hinzufahren und sich alles anzugucken, was man wollte!
-          Dass ich unbegrenzt telefonieren konnte, meinen PC und meinen eigenen Fernseher in meinem Zimmer hatte
-          Mit dem Zug ankommen und genau einen Bus nach Hause zu haben
-          Dass man so viele Museen umsonst besuchen konnte… wirklich eine lobenswerte Idee der Franzosen!
-          Mich mit den Mädels im letzten Wagon des Zuges zu verabreden
-          Morgens noch die „20 Minutes“, eine kleine Gratiszeitung, die man in 20 Minuten durchlesen kann, zu ergattern

Was ich dreist an Frankreich finde
-          dass man sein Handyguthaben innerhalb von 14 Tagen verbrauchen muss, sonst verfällt es
-          dass man immer für eine Engländerin gehalten wird, obwohl wir eindeutig kein Englisch sprechen…
-          dass man nie die Öffnungszeiten der Läden kapiert

Musik, die ich wohl immer mit Frankreich verbinden werde
-          Mika „Relax (Take it easy)“
-          Fatal Bazooka feat. Vitoo “Mauvaise foi nocturne”
-          Xavier Naidoo “Dieser Weg”
-          Fedde le Grand “Put your hands up for Detroit”
-          Enur “Calabria 2007”

Was anders geworden ist
-          mein Gewicht
-          meine Haarlänge
-          meine Taktiken in der Kindererziehung (z.B. Bestechung)
-          mein Frankreichbild
-          der freie Speicherplatz auf meinem Computer… er ist deutlich geringer

Was so geblieben ist
-          dass ich immer noch Deutschland und alle meine Lieben dort ganz doll lieb habe
-          ich bin noch immer die kleine Shirin

Neue „Düfte“, die ich hier kennen gelernt habe
-          der Duft in der Pariser Metro
-          der Duft der SDFs
-          der Duft nach Afrika

Was mich verzaubert hat
-          die Schönheit von Paris: die Straßen, die Lebensart, die Gebäude, die Monumente, die Kultur
-          der Ausblick auf Paris
-          das Musée d’Orsay

Was mich traumatisiert hat
-          Dass ich einmal im RER B den Klappsitz runtergeklappt habe und mich fast auf eine eingeklemmte Windel gesetzt hätte… vielleicht war es auch eine matschige Banane in einer Tüte.
-          Dass wir einen alten Mann in der Disco gesehen haben, der mit einer blonden Schönheit getanzt hat. Der Schock daran war, dass er mit der einen Hand ihre Hand hielt, sich aber mit der anderen an ihre Brust krallte!!!
-          Der Drängler
-          Der Mann mit dem fauligen Zahn in der Schlange zum Centre Pompidou
-          Die Fahrt in der Amelie Achterbahn

Neue Namen, die wir vergeben haben
-          Monte für Montparnasse oder wahlweise den Mont St. Michel. Gelegentlich auch für den Montparnasse Sekt für einen Euro von Monoprix.
-          St. Laser für den Bahnhof St. Lazare
-          Less Hohl für Les Halles (im Gedenken an Mailins Friseuse). Bitte beachten: bei beiden keine liaison machen!
-          Chatte für Châtelet

Supermärkte, in denen wir beträchtliche Summen gelassen haben
-          Monoprix
-          Super U
-          Ed
-          Franprix

Was das Beste hier war
-          das Beste war einfach alles mitzunehmen, was man konnte. Alles auszuprobieren, keine Angst zu haben, verrückte Dinge zu tun, die Zeit zu genießen…
Was ich nicht wieder tun würde
-          meinen Ausweis vergessen, wenn ich zum Mont St. Michel fahre. Ich hätte drei Euro beim Eintritt gespart
-          die letzte Reihe im Bus hergeben
-          in Chatelet umsteigen – außer vom RER A in den RER B  

Was ich vermissen werde
-          meine kleinen lieben Kinderchen! Obwohl sie so oft kackfrech waren, hatten wir auch wirklich viele schöne Momente… Schade, dass ich Aliénor bald nicht mehr zu Schule bringen, an ihr Kuscheltier denken, ihr ein Schleifchen in die Haare und sie baden kann. Schade, dass ich Blanche nicht mehr Geschichte abfragen kann und mich mit ihr totlachen kann. Schade, dass Charles mir nicht mehr seine neusten Geschichten aus der Schule berichten und dass Gonzague mir nicht mehr zeigen wird, was er mal wieder auf der Straße gefunden hat. Schade, dass ich nie wieder entnervt „Jetzt esst endlich auf!“ rufen und Aliénors Lätzchen umbinden kann. Schade, dass mich nie wieder eine Kinderstimme fragt: „Wo gehst du hin?“ und ich antworte: „Ach ich geh aus. Nach Paris.“ Schade, dass mich der Bus 469 nie wieder fast direkt vor der Tür absetzen wird. Sogar schade, dass ich nie wieder die zwanzig Minuten vom Bahnhof bergauf nach Hause laufen muss.

Wofür ich sehr dankbar bin
-          für alles! Für die Leute, die ich kennen und lieben gelernt habe, für diese unglaubliche Möglichkeit, für die Freiheit, für die Menschen, die sich für mich interessiert haben, für jede Hilfe, für alle, die zu Hause an mich gedacht und für mich gebetet haben. Ich bin wirklich dankbar für dieses Jahr, ein riesiger Traum ist für mich in Erfüllung gegangen!
-          Um es mal mit den Worten meiner lieben Freundin Edith zu sagen: Ich bereue nichts! Trotz meiner ständigen Jammereien über Zugfahrzeiten, Geschrei zu Hause, dreckige Badezimmer, nicht vorhandene Schlüssel für mein Zimmer, Gejammer, weil ich nicht direkt in Paris wohne… war es trotzdem ein richtig tolles Jahr!!!

6.7.07 09:40
 


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